Gran Turismo 6 wurde Ende 2013 veröffentlicht. Obwohl Sony bereits die PS4 am Start hat, entschied sich Kazunori Yamauchi von Polyphony Digital, das wohl kultigste aller Rennspiele noch einmal für die Playstation 3 zu überarbeiten. Während PS4-Besitzer aufgrund der wenigen vorhandenen Spiele nach Abwechslung lechzen (Gran Turismo 7 ist in der Entwicklung), holt Gran Turismo 6 noch einmal alles aus der letzten Playstation heraus. Grundsätzlich bestand dazu auch Bedarf, bescherte GT5 den Machern doch einiges an Kritik. Nicht nur der immer wieder verschobene Start verärgerte die Fans damals, auch das total unübersichtliche Hauptmenü. Andererseits muss Gran Turismo 6 aber beweisen, dass es immer noch „Top-of-the-Top“ ist, denn andere Spiele wie Forza Motorsport ziehen kräftig nach. Also durchaus Gründe, sich Gran Turismo 6 etwas genau anzusehen.

Das Intro von Gran Turismo 6 – wie immer Grandios

Das Intro – beinahe schon Tradition bei Gran Turismo, ist wieder einmal richtig gelungen. Danach darfst Du bei Gran Turismo 6 mit einem aufgedonnerten Renault Clio eine Runde in Brands Hatch fahren, um Dich mit der Steuerung vertraut zu machen. Dann geht es auch schon ohne Umwege ins Hauptmenü. Und tatsächlich – die heftige Kritik, die es dafür bei GT5 gehagelt hat, scheint Wirkung gezeigt zu haben. Das Hauptmenü in Gran Turismo 6 ist jetzt fein säuberlich nebeneinander aufgeräumt. Schon jetzt zeichnet sich ab, wo Polyphony Digital bei Gran Turismo 6 ein bisschen an den Schrauben gedreht hat. Insbesondere die Fahrphysik als auch die KI wurden verbessert. Aber auch den GT-Modus gibt es nicht mehr – zumindest nicht als solchen benannt. Vielmehr ist das jetzt der Karriere-Modus. Ebenso wurden die Erfahrungspunkte abgeschafft. Aber erst einmal der Reihe nach.

Fahrphysik und Grafik-Engine bei Gran Turismo 6

Als Erstes geht es in das spieleeigene Autohaus. Viel Auswahl gibt es natürlich noch nicht. Hier lässt es sich ebenfalls von einer Tradition sprechen, wenn Du mit dem Honda Fit (die internationale Bezeichnung für den Honda Jazz) zunächst eine japanische Familienkutsche bekommst. Aber sie reicht allemal aus, die veränderte Fahrphysik einzuschätzen. Die ist tatsächlich bedeutend besser geworden. Wenn Du jetzt zum Beispiel versehentlich zwei Gänge zurückschaltest, beginnt der Motor zu stottern und Du büßt dramatisch an Leistung ein. Das Einfedern des Fahrwerks beim Bremsen oder das Anheben beim Durchstarten wirken extrem realitätsnah. Dasselbe gilt nun auch für Rauch oder Licht – insbesondere die Übergangsphase der Dämmerung von Tag zu Nacht. Was die Grafik-Engine von Gran Turismo 6 zaubert, lässt sich einfach nur als spektakulär beschreiben.

Keine Erfahrungspunkte mehr, stattdessen Sterne

Wie schon von anderen Releases bekannt, musst Du Dir auch bei Gran Turismo 6 die richtig fetten Kisten erst erfahren. Zwischendurch gibt es aber auch immer wieder Geschenke bei Rennsiegen oder bei saisonalen Ereignissen wie Deinem Geburtstag. Die Credits werden wie üblich bei den Rennen gesammelt, aber die Erfahrungspunkte gibt es in der Form jetzt nicht mehr. Mit Gran Turismo 6 kommen stattdessen Sterne. Bis zu drei Sterne kannst Du in jeder Rennserie in Gran Turismo 6 einsammeln. Das Besondere daran: konntest Du die Erfahrungspunkte noch mit einer einzigen Rennstrecke sammeln, die Du besonders gut beherrscht, muss Du jetzt bei Gran Turismo 6 wirklich die komplette Rennserie durchspielen, um alle Sterne zu bekommen. Das gibt dem Spiel unterm Strich mehr Pfiff und Abwechslung, also ist für monatelangen Spaß gesorgt.

Neu, aber nicht zwingend: In-Game-Credits zum Kaufen

Wenn es Dir aber dennoch nicht schnell genug geht – die wirklich hochklassigen Boliden wie der Jaguar XJ13 kosten im Spiel bis zu 20 Millionen Credits, kannst Du ab Gran Turismo 6 jetzt auch In-Game-Credits dazukaufen. Der Jaguar käme damit auf schlappe 150 Euro. Allerdings ist das kein Muss und die Credits und damit die Autos können alle ganz normal erspielt werden. Neu dazugekommen sind wieder die Kaffeepausen (die gab es bereits). Dabei bekommst Du zum Teil pfiffige und lustige Aufgabenstellungen. Sei es, mit einem Liter Sprit auf dem Nürburgring so weit wie möglich zu kommen, Pylonen umzufahren oder ein Rennen auf dem Mond zu bestreiten. Immer noch vorhanden sind die Lizenzprüfungen. Jedoch gab es auch hier Kritik, und somit wurden die Prüfungen jetzt bei Gran Turismo 6 deutlich gekürzt und vereinfacht.

Eine verbesserte KI, aber noch nicht perfekt

Die KI-Algorithmen wurden anscheinend ebenfalls verändert. Jetzt fahren die computergesteuerten Konkurrenten nicht mehr schön aufgereiht auf der Optimallinie, sie weichen auch einmal ab davon. Allerdings, und das ist wohl einer der deutlichsten Nachteile von Gran Turismo 6, legen sie es schon mal drauf an und rammen Dich in einer völlig abwegigen Situation. Und die Fahrphysik fordert ihr Tribut. Während Du bei anderen Simulationen immer noch irgendwie buchstäblich die Kurve kratzen kannst, fliegst Du bei Gran Turismo 6 raus. Auch, wenn Du zu schnell in Kurven fährst. Und einige der neuen Rennkurse laden mit langen Geradeausstrecken zum Heizen ein, nur dass dann wie in Kalifornien plötzlich echt knackige Kurven kommen. Das kostet richtig Gummi. Der Gummiabrieb und der Spritverbrauch sind übrigens etwas in den Hintergrund getreten. Jetzt sind diese Werte nur noch bei Langstreckenrennen relevant. Dafür führt aber jede noch so kleine Fahrzeugmodifikation zu verändertem Fahrverhalten.

Gran Turismo 6 ist kein Next-Gen-Game…

Fazit: Gran Turismo 6 ist sicher kein Next-Gen-Game – das wird Gran Turismo 7 für die PS4. Entsprechend hinken auch die Grafiken ein wenig – obwohl vieles wirklich atemberaubend ist. Betrachtet man das aber etwas objektiv, ist es weniger Gran Turismo 6 als die Playstation 3. Gran Turismo 6 kitzelt nämlich noch das letzte bisschen Rechenleistung aus der ehrwürdigen PS3. Außerdem bietet Gran Turismo 6 nicht nur Anfängern, sondern auch den Profs unter Euch über Monate Kurzweile. Die ist nämlich gefragt, denn wie Kazunori Yamauchi auf der Taipei Game Show 2014 hat anklingen lassen, wird es mit Gran Turismo 7 vor 2015 wohl nichts mehr werden.

… aber überbrückt die Zeit bis Gran Turismo 7 perfekt

Allerdings gibt es Gerüchte aus dem Umfeld um Gran Turismo 7, dass die Entwicklung mit der PS4 deutlich schneller vorangeht. Außerdem gibt es bei Gran Turismo 7 nach einem Insider (Ashan „Thuway“ Rasheed) interessante Lösungen mit GDDR5, was Bäume in 3D und realistische Menschen gestattet. Auch was den Motorensound angeht, soll sich einiges bei Gran Turismo 7 tun. Demnach könnte Gran Turismo 7 auch eine neue Audi-Benchmark bei der Playstation 4 setzen. Den schon von GT4 und GT5 bekannten Prolog wird es ebenfalls nicht geben, da die Entwicklung von Gran Turismo 7 mit der PS4 eben so gut läuft. Auch diese Info zu Gran Turismo 7 kommt von Ashan Rasheed, der bereits in der Vergangenheit mit guten Infos aufwarten konnte.

82%
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Pros

  • Neues intuitives Interface
  • Noch mehr Strecken
  • Realistischere KI-Gegner

Contras

  • Motorensounds
  • Kein B-Spec
Gameplay 90%
Handling 85%
Grafik 77%
Strecken 95%
Sounds 65%
Menüführung 85%

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