Virtual Reality, VR, ist spätestens seit Palmer Luckeys Kickstarter-Projekt wieder ein großes Thema geworden. Damit wurde die Entwicklung, oder wohl besser anfangs die Bastelei an der Oculus Rift so weit vorangetrieben, dass ein regelrechter Hype um VR entstand. Auf den Zug aufgesprungen sind schnell andere wie Google CardBoard, Sony Playstation VR, HTC oder Valve. Und hinter der Oculus Rift steht inzwischen kein geringerer als der Facebook-Konzern.

Dem technologischen Vorsprung, den die VR-Brille hatte, hat das aber nicht wirklich geholfen, wenngleich dadurch Bekanntheit und Interesse an der VR-Technologie gesteigert werden konnten. Das hat letztendlich aber positiven Einfluss auf den „Finanzierungswillen“ möglicher Investoren bei jeder Virtual Reality Brille. Wer sich besonders hervorgetan hat gegen Oculus Rift, ist kein Geheimnis – es ist die Valve und HTC Vive.

HTC Vive versus Oculus Rift

Auf den ersten Blick erscheinen beide VR-Brillen sehr ähnlich. Ein großes bekanntes Problem, das Flimmern der Pixel, weil der Monitor so nah vor dem Auge ist, ist durch eine hohe Auflösung besser geworden. Beide Brillen kommen mit einer Auflösung 2.160 x 1.200 Pixel, die Sony PS VR dagegen nur mit Full HD (1.920 x 1.080). 233 Millionen Pixel hat man damit vor dem Auge.

Die Refresh-Rate ist mit 90 Hz bei beiden VR-Brillen gleich hoch. Auch die Rundumsicht (horizontal) ist mit 110 Grad bei beiden Geräten gleich. Dennoch gibt es signifikante Unterschiede. Die Vive Brille kommt auf 555 g, die Oculus Rift nur auf 470 g.

Sensorik, Augmented Reality und Virtual Reality

Dafür ist die Sensorik bei der Rift nicht so flüssig und effizient wie bei der Vive. Das Lighthouse Tracking System mit Room Scale Feature und 37 Sensoren geben ein Gefühl der echten Freiheit im virtuellen Raum. Was jedoch bei beiden Systemen eingeschränkt bleibt, da natürlich noch ein leistungsfähiger PC oder eine Spielekonsole da sein muss, woran die Brille angeschlossen, also verkabelt wird. Allerdings ist man bei HTC mit der Entwicklung eines Dongles beschäftigt, der in absehbarer Zeit auf den Markt kommen soll.

Das höhere Gewicht der HTV Brille kommt auch durch eine Frontkamera zustande, die es bei Oculus Rift nicht gibt. Damit hat der Nutzer mehrere Möglichkeiten. Einerseits kann sich der Anwender die Augmented Reality (AR) zunutze machen, aber es signalisiert in der VR auch Hindernisse wie Wände oder Möbelstücke in der realen Welt. Bei der Oculus Rift kann leider nur ein entsprechender Sensor zugekauft werden, was AR ausschließt.

Oculus Rift mit der Gaming Pad VR ins Hintertreffen gelangt

Oculus Rift hat die Entwicklung der Gaming Pad VR mit großem finanziellen Aufwand vorangetrieben. Doch das Gamepad ist für die Virtual Reality nicht wirklich gut geeignet, was ebenfalls kein echtes Geheimnis ist. Vielmehr schwang bei der Ankündigung zur Gamepad VR mit, dass es dennoch etwas wirklich Neues und Innovatives werden könnte. Das Gegenteil war eher der Fall.

Mit Bezug auf die HTC Vive ist die OR daher auf jeden Fall technisch deutlich zurückgefallen. Auch die Software blieb bei der Oculus Rift Gamepad VR deutlich hinter den Erwartungen, während HTC und Valve die Erwartungen der Community durchaus erfüllen konnten, was sich in den zahlreichen Meinungen widerspiegelt, die sich im Netz lesen lassen.

Fazit: entweder jetzt HTC Vive oder bis Herbst auf die neue Oculus VR warten

Der Haken ist für viele Gamer, dass beide Konkurrenten ein eigenes, exklusives VR-Universum aufbauen wollen. Das heißt letztendlich, dass die Entscheidung für die eine VR-Brille Spiele des anderen Anbieters ausschließt. Das mag als negatives Merkmal gesehen werden, doch irgendwie müssen auch die Entwicklungskosten gedeckt werden – und das funktioniert nur mit willigen Investoren. Jedoch gibt es hier zwischen Facebook und HTC ebenfalls ein Ungleichgewicht, das die Entscheidung für die eine oder andere Virtual Reality Brille nicht gerade leichter macht.

Im Herbst 2017 soll es bei Oculus Rift zu nennenswerten Verbesserungen mit den Touch Controllern kommen. Dafür beschränken sich die Anwendungsmöglichkeiten auf VR, während HTC und Valve auch AR fokussieren. Wer unbedingt die VR-Brille kaufen möchte, die VR wieder groß machte, sollte vielleicht besser warten. Andernfalls sind Gamer, die einen Wow-Effekt haben wollen, derzeit eindeutig besser mit der HTC Vive bedient.

3 Responses

  1. Alexander R.

    Ich habe mir schlussendlich die PlaystationVR geholt (klar als PS Gamer) und muss dzau sagen das sie auch die beste Bildqualli bietet im Vergleich mit den anderen Modellen. Auch der Preis von €400 ist dann doch deutlich interessanter als nen Tausi für Vive auf den Tisch zu klatschen. Guter Artikel, wieter so Leute

  2. playtogether.eu

    Danke für das Kompliment, wir bemühen uns immer so spannend und aktuell wie möglich zu schreiben was als NonProfit oft schwer ist, aber gut das du zufrieden bist :)
    Übrigens: Playstation VR wird in einem kommenden Artikel intensiver behandelt werden, schau einfach morgen/übermorgen nochmal vorbei.

    Rob