Apples iPhone 6 und 6 Plus im Check: Big, Premium

2007 hat Apple sein erstes iPhone vorgestellt. Damit hat der Hersteller aus dem amerikanischen Cupertino einen wahren Smartphone-Hype ausgelöst. Inzwischen tobt ein heftiger Kampf im Smartphone- und Tablet-PC-Segment, wie es ihn zu Handy-Zeiten nicht gab. Während so manch asiatischer Hersteller beinahe im Monatstakt neue Geräte regelrecht auf den Markt wirft, hält Apple konsequent an der quasi jährlichen Präsentation eines neues iPhones fest. Am 19. September 2014 war es dann so weit, dass iPhone-Enthusiasten nunmehr auf das iPhone 6 zugreifen können. Erstmals in der Geschichte des Unternehmens wurde dem iPhone 6 ein Phablet zur Seite gestellt, das iPhone 6 Plus.

Die Unterschiede zwischen iPhone 6 und 5S

Achte Generation und iPhone 6 ist vielleicht etwas verwirrend, allerdings steht die Zahl hinter „iPhone“ in keiner Relation zu der Anzahl von Generationen. Dem iPhone 4 folgte nämlich das iPhone 4S und dem iPhone 5 das iPhone 5S. Mit dem iPhone 5S wurde mit dem iPhone 5C erstmals ein „preiswertes“ Smartphone neben dem regulären iPhone 5S präsentiert. Das fiel nicht nur durch weniger technische Highlight, sondern insbesondere durch quietschbunte Farben und viel Plastik auf. Dass Apple aber hier noch auf einer Art Selbstfindungsreise ist, beweist die neue iPhone 6 Kollektion.

Kein iPhone 6C – stattdessen aber ein iPhone 6 Plus

Ein billiges iPhone 6C gibt es nicht, stattdessen aber ein deutlich größeres iPhone 6 Plus. Obwohl erwähnenswert ist, dass auch das normale iPhone 6 gegenüber dem iPhone 5S gewachsen ist (iPhone 5S 4 Zoll Display-Diagonale). Die grundsätzliche technische Ausstattung von iPhone 6 und iPhone 6 Plus unterscheiden sich bis auf wenige Details kaum. So hat das iPhone 6 Plus eine bessere Kameraausstattung (optischer statt digitaler Bildstabilisator) sowie einen leistungsfähigeren Akku an Bord (2.915 mAh). Die optische Bildstabilisierung ist übrigens derzeit noch ein absolutes Premium-Merkmal. Bei den neu vorgestellten Smartphones zieht hier nur das Google Nexus 6 gleich auf.

Verbesserungen am Display vom iPhone 6

Ansonsten ist die technische Spezifikation der beiden Apple iPhone 6 Modelle nahezu identisch (abgesehen von den bereits genannten Unterschieden als auch der verschiedenen Abmessungen und damit Bildschirmdiagonalen). Auch wurden wieder Retina-Displays (ISP und Gorilla Glass 3) verbaut, die immer noch nicht in Full HD auflösen. Zwar präsentiert hier die Android-Konkurrenz längst QHD-Auflösung, aber offen und ehrlich: mit dem bloßen Auge ist absolut kein Unterschied festzustellen.

Davon abgesehen war es nie ein Bestreben von Apple, das modernste High-Tech-Smartphone zu präsentieren. Schlankes elegantes Design, gepaart mit einer zuverlässigen und stabilen Technik sind Merkmale von iPhones und iPads. So auch vom iPhone 6. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das Display jetzt auch bei sehr flachen Sichtwinkeln noch gut lesbar ist.

Gewachsen bis ans Limit

Allerdings haben Abmessungen und Smartphone-Stärke wohl ihren Preis: knapp 20 Prozent aller iPhone 6 Besitzer klagen über kaputte oder gebrochene Displays an der Front. Aufgrund der gewachsenen Abmessungen sind die Modelle der Baureihe iPhone 6 auch nicht mehr wirklich für die Hosentasche geeignet. Auf die verbogenen iPhone 6 Bilder wollen wir daher nicht näher eingehen. Dafür hat Apple haptisch eine Meisterleistung vollbracht – zumindest beim iPhone 6.

Das Gerät liegt perfekt in der Hand und kann auch mühelos mit dieser einen Hand bedient werden. Das iPhone 6 selbst fühlt sich gut und leicht an, obwohl das Gewicht gegenüber dem Vorgängermodell etwas angestiegen ist. Das 4,7-Zoll-Display ist damit die maximale Bildschirmgröße, die gut einhändig bedient werden kann. Insbesondere, wenn man anschließend das 5,5 Zoll große iPhone 6 Plus in die Hand nimmt, merkt man das sofort.

iPhone6_Colours

 

CPU: bereits die nächste 64-Bit-Generation, während Android gerade einsteigt

Ein weiteres Highlight ist der neue A8-64-Bit-Prozessor. Während Google eben erst sein aktuelles Android-Betriebssystem Lollipop 5.0 64-Bit lauffähig gemacht hat, arbeitet im iPhone 6 bereits die neueste Generation von Apple 64-Bit-CPUs (im iPhone 5S A7 64 Bit, im iPhone 6 A8 64 Bit). Die Kerne sind auf 1,4 GHz (1,3 GHZ beim 5S) getaktet. Gegenüber Android-Smartphones erscheint das wenig, doch Benchmark-Tests überzeugen immer wieder. Apple geht dieses Problem auf einem anderen Weg an: durch die Nano-20-Herstellung der CPUs passen rund 2 Milliarden Transotoren auf den A8-Prozessor.

Damit schafft es Apple dann sogar wieder, den Stromverbrauch der CPU um rund 50 Prozent zu senken, und damit ist das iPhone 6 dann eben entsprechend schnell. Damit kommt der Vergleich mit Android Geräten einem Vergleich wie zwischen Apple und Birne gleich. Einzig der Arbeitsspeicher ist nicht wirklich umwerfend. Hier gibt es übrigens einen weiteren kleinen Unterschied zwischen iPhone 6 und iPhone 6 Plus. Das iPhone 6 muss, wie schon das Vorgängermodell, mit 1 GB RAM auskommen, das iPhone 6 Plus hat 2 GB bekommen.

Die scheinbar unterlegende Hardware gegenüber Android-Smartphones gibt es nicht – nur eine andere Sichtweise

Zum einen ist es gerade die 64-Bit-Struktur, die endlich RAM über 4 GB gestatten würde, andererseits erscheint 1 GB in der Tat wenig. Selbstverständlich läuft die Menüführung absolut flüssig ab – dem A8-Prozessor sei gedankt. Diejenigen, die aber viel online sind oder entsprechend viele Seiten aufmachen wollen, werden feststellen, dass das iPhone 6 Inhalte entsprechend oft nachladen muss. Was durch die flüssige Nutzung ausgeglichen wird.

Unterm Strich bedeutet das auch eine schlechtere Akkunutzung, die ja ohnehin beim iPhone bekannt ist. Dennoch lässt es sich aber gut damit leben, denn es sind die Kompromisse, die bei dem mega-schlanken und leichten Design gemacht werden müssen. Darüber hinaus geht Apple tatsächlich einen völlig anderen Weg als die meisten Android-Konkurrenten. Dual-Core und wenig RAM (iPhone 6) und mindestens Quad-Core und bis zu 3 GB RAM (Samsung Galaxy) und trotzdem steht das iPhone in Benchmark-Tests wie ein Fels in der Brandung.

Flach und leicht – die iPhone 6 Generation

Da aber die iPhone 6 Modelle ebenfalls ohne microSD-Slots produziert werden, sollte immer ein iPhone 6 mit möglichst viel internem Flashspeicher ausgesucht werden. Optimal sind natürlich die 128 GB in der Topausstattung. Ansonsten haben die beiden iPhone 6 Modelle alles an Bord, was man von einem Premium-Smartphone erwartet: LTE in der Cat. 4, WLAN auch nach dem schnellen ac-Standard (802.11a/b/g/n/ac), Bluetooth und natürlich NFC.

Web-Entwickler dürfen allerdings hier noch nichts machen. Das sie anders bei der Touch-ID aus, bei der inzwischen auch Developer zugelassen sind. Auch die Dimensionierung vom iPhone 6 ist ordentlich mit 138,1 x 67 x 6,9 mm (iPhone 6 Plus 158,1×77,8 x 7,1 mm und 172 g), das bei einem federleichten Gewicht von 129 g.

Perfektes Design mit kleinen Mängeln für ein wahres Lifestyle-Produkt

Überhaupt ist das Design vom iPhone 6 schlicht grandios. Superflach, keine scharfen Kanten mehr, denn die sind edel abgerundet. Einzig die Rückseite überzeugt nicht wirklich. Die beiden Antennen werden hinter Plastikabdeckungen verborgen und die Kameras stehen bei beiden iPhone Modellen dezent über. Bei den Vorgängermodellen hat Apple solche Kleinigkeiten deutlich eleganter und optisch wesentlich anspruchsvoller lösen können. Als Fazit lässt sich feststellen, auch wenn die technischen Daten auf den ersten Blicken Android-Geräten unterlegen zu sein scheinen, ist das tatsächlich mehr Schein.

Ein iPhone 6 ist eben auch ein iPhone und kein Smartphone

Insgesamt erhalten Käufer eines iPhone 6 oder iPhone 6 Plus so viel iPhone wie nie zuvor. Das ganze in einem zeitlos schönen und edlen Design. Einzig die Preise (zwischen 700 und 1.000 Euro) sind nicht gerade im Schnäppchenbereich. Dafür bietet das Apple iPhone 6 aber Lifestyle und Premium-Technik auf der ganzen Linie. Und die schönsten Dinge des Lebens sind meist auch nicht die günstigsten – wobei man nicht vergessen darf, dass sämtliche iPhone-Generationen auch gebraucht nicht wirklich an Wert verlieren wie manch andere Smartphones, die viele nicht mal geschenkt wollen. Außerdem sollte man nicht die Sicherheit im App-Store vergessen, die Apple bietet.